Werbeversprechen von CBD Produkten unterliegen genauen Vorschriften Werbeversprechen von CBD Produkten unterliegen genauen Vorschriften
CBD & Hanf News | 31.01.2022

Falsche Bewerbung von CBD Produkten

F
Fenja
Lesedauer: 3 min
Die News in Kürze:
  • Einige Unternehmen bewerben ihre CBD Produkte als Heilmittel für verschiedenste Krankheiten. Was sie sich damit für Risiken aussetzen, scheinen sie nicht zu wissen bzw. auszublenden.
  • Die Operation CBDeceit ist eine große Aktion gegen fälschlich beworbene CBD-Produkte von der Federal Trade Commission.
  • Gesundheitsbezogene Aussagen dürfen nur dann gemacht werden, wenn sie auf einer empirisch fundierten Grundlage basieren.
  • Unternehmen werden dazu aufgefordert, die Etikettierungen ihrer Produkte zu überprüfen und wenn nötig zu überarbeiten.
  • Bei Nichteinhaltung dieser Regelung macht ein Unternehmen sich strafbar.

Gesundheitsversprechen von CBD? Vorsicht!

Nach wie vor ist der Zusatz von CBD in Lebens- und Nahrungsergänzungsmitteln in Deutschland verboten. Im Allgemeinen wird CBD ein gewisser gesundheitlicher Nutzen zugeschrieben - z.B. in Bezug auf Schlaf und Entspannung. CBD ist jedoch kein Allheilmittel, welches jede Krankheit besiegt. Dafür gibt es auch keine empirischen Nachweise. Ähnlich ist es auch in den USA, auch dort ist zwingend eine wissenschaftlich fundierte Grundlage nötig, um Werbung für gesundheitsbezogene Aussagen zu machen. Das führt uns direkt zur Operation CBDeceit.

CBDeceit: die Aktion gegen falsche Heilversprechen

2021 kündigte die Federal Trade Commission (Bundesbehörde USA) mit der Operation CBDeceit eine große Aktion gegen fälschlich beworbene CBD-Produkte an. Vor allem wurden CBD-Unternehmen untersucht, die Öle, Balsame, Süßigkeiten, Kaffee und andere CBD Produkte herstellen und vermarkten. Einige solcher Unternehmen behaupteten auf ihrer Website, dass ihre Produkte Krebs, Alzheimer, Bluthochdruck und Herzkrankheiten behandeln könnte. Dabei schienen sie sich nicht darüber bewusst zu sein, dass sie sich mit all ihren Inhalten, die mit ihren Produkten zu tun haben (also Etikettierungen, Websites, E-Mails, soziale Medien etc.) für falsche Behauptungen strafbar machen.

CBD gegen Krebs, Alzheimer und Autismus?

Um ein Strafverfahren zu vermeiden, müssen Unternehmen, die CBD Produkte vertreiben, strikt darauf achten, in jedem Fall Behauptungen über die Fähigkeiten von CBD zur Behandlung bestimmter Symptome oder Krankheiten zu unterlassen. Der Direktor des Bureau of Consumer Protection der FTC äußerte sich dazu wie folgt: "Die sechs heute verkündeten Vereinbarungen senden eine klare Botschaft an die aufstrebende CBD-Industrie: Machen Sie keine falschen Gesundheitsversprechen, die nicht durch die medizinische Wissenschaft gestützt werden". Ansonsten sei es kein Wunder, wenn die FTC sich meldet. Die FTC ging vor allem gegen sechs Verkäufer von CBD-haltigen Produkten vor, die ihren Produkten einige - nicht wissenschaftlich belegte - Fähigkeiten zur Behandlung von Krankheiten nachsagten:

  1. Das erste Unternehmen behauptete, CBD könne Schmerzen besser behandeln, als verschreibungspflichtige Medikamente. Außerdem soll es den altersbedingten kognitiven Verfall vorbeugen.
  2. Ein anderes Unternehmen behauptete, CBD sei in der Lage, eine Vielzahl von schweren Erkrankungen wie Krebs, Diabetes und Herzkrankheiten vorzubeugen. 
  3. Das dritte Unternehmen behauptete, CBD könne Thrombose, Autismus, Schizophrenie wirksam behandeln, verhindern oder mildern.
  4. Das vierte Unternehmen behauptete, CBD-Produkte könnten Drogenmissbrauch und AIDS behandeln/heilen.
  5. Ein weiteres Unternehmen behauptete, CBD könne Alzheimer, Arthritis, Autoimmunerkrankungen und Reizdarmsyndrome verhindern, heilen oder lindern.
  6. Das sechste Unternehmen behauptete, CBD enthalte antibakterielle Eigenschaften, die das Risiko von Herzinfarkten oder Schlaganfällen zu verringern. 

Was lernen wir daraus? 

Was bedeutet das also? Letztendlich sind Unternehmen dazu aufgefordert, falsche Etiketten entfernen zu lassen. Diejenigen, die sich nicht an die Regelungen halten, müssen zumindest mit einer Geldstrafe rechnen. In einem Fall ging es wegen irreführender gesundheitsbezogener Angaben um rund 75.000$, die an die FTC gezahlt werden mussten. Die CBDeceit Aktion ist die erste im CBD-Bereich der FTC. Zukünftig sind allerdings noch weitere Aktionen geplant. 

Laut der FTC läge es im besten Interesse der Verbraucher, der Markenintegrität und der allgemeinen Gesundheit der Branche, CBD-Produkten keine heilenden Wirkungen nachzusagen, über die es keine wissenschaftlichen Ergebnisse gibt. Stattdessen soll die Herstellung reiner Qualitätsprodukte im Fokus der Unternehmen stehen. 

Der Vorgang der neuen Operation ist somit eine weitere Erinnerung daran, dass CBD-Unternehmen vorsichtig damit sein müssen, was sie bewerben und/oder auf den Produktetiketten angeben. Letztendlich müssen CBD Unternehmen sich der Risiken bewusst sein - sowohl im Hinblick auf die staatliche Durchsetzung als auch auf zivilrechtliche Streitigkeiten.