Nutzhanf & sein unberechtigtes, schlechtes Image

Nutzhanf als Kulturpflanze

Für den Anbau von Nutzhanf werden weder Pestizide noch Herbizide benötigt, da das schnelle Wachstum der Pflanze Schädlingen standhält. Zudem ist die Pflanze sehr pflegeleicht. Eine Frage liegt dabei direkt auf der Hand: Warum also der schlechte Ruf?

Die Geschichte des Nutzhanfs

Das Aufkommen von Nutzhanf als Kulturpflanze kann das erste mal etwa 10.000 v. Chr. nachgewiesen werden und zwar in Asien. Forschungen zufolge wurden schon damals erste Seile aus Hanf hergestellt. Weitere Produkte, die hergestellt wurden waren Papier, Kleidung und später vor allem robuste Taue und Segel für die Segelschifffahrt.

Hanf zählte aufgrund seiner Vielfältigkeit, seines einfachen Anbaus und seines ökologischen Werts lange Zeit zu einer der beliebtesten Nutzpflanzen. Was ist also passiert, dass er heutzutage eher selten in Deutschland (und weltweit) angebaut wird, wo die Pflanze hier doch eigentlich gute Bedingungen vorfindet?

Cannabis ist eine Droge! Das Hanfverbot

Hanf war im Grunde genommen zunächst nur die deutsche Übersetzung für Cannabis. Heutzutage wird darunter einer der Bestandteile der Cannabispflanze gemeint. Die zwei Hauptbestandteile sind: Marihuana und Hanf.

Während Marihuana einen hohen THC-Gehalt besitzt, der berauschend wirkt, hat Hanf einen sehr geringen THC-Anteil. Die verteufelte Droge, die heute noch viele Menschen mit Cannabis verbinden, bezieht sich demnach lediglich auf das Marihuana. Und selbst dieses kann bereits erfolgreich in der Medizin als Heilmittel eingesetzt werden.

Nichtsdestotrotz wurde Cannabis, inklusive des Nutzhanfs, 1937 in den USA verboten. Im Zuge einer große Imagekampagne wurde eben jenes Bild erzeugt, dass die gesamte Cannabispflanze als eine gefährliche Droge darstellt. Vermutungen legen nahe, dass die Maschinisierung der Baumwollindustrie einen größeren finanziellen Nutzen versprach und die Cannabispflanze somit als Konkurrent von der Bildfläche verschwinden sollte. Eine Einteilung in Nutz-, oder Drogenhanf geschah nicht.

In Deutschland wurde Hanf nur noch auf sehr kleinen Flächen angebaut, bis es in der Zeit zwischen 1982 und 1995 zu einem kompletten Verbot kam.

Ein weiterer Grund für den Einbruch der Hanfindustrie war der Rückgang der Segelschifffahrt sowie die Einführung von synthetischen Fasern.

Nutzhanf ist endlich wieder erlaubt...

obschon der Anbau in der EU stark reglementiert wird. Der Anbau von Nutzhanf ist in landwirtschaftlichen Betrieben unter bestimmten Voraussetzungen bei einem THC-Gehalt von unter 0,2% in Deutschland legal. Und das für insgesamt 49 zertifizierte Sorten (Stand Juli 2021). Der Kultivierung des Hanf unterliegt ständigen Kontrollen und das gewonnene Saatgut darf nicht erneut ausgestreut werden.

Stück für Stück wächst also das Interesse am Nutzhanf aber auch an der Cannabispflanze allgemein. Endlich wird wieder erkannt, wie viele Vorteile Nutzhanf mit sich bringt. Aber sieh’ selbst.

Achtung! Als Privatperson darfst du in Deutschland keinen Nutzhanf anbauen.

Die Vielfältigkeit des Nutzhanfs

Für den Anbau von Nutzhanf wird zumeist die Art Cannabis Sativa genutzt, das diese wesentlich weniger THC enthält. Industrieller Hanf kann zu vielen unterschiedlichen Dingen verarbeitet werden. Schauen wir uns einmal die Hanfpflanze von Kopf bis Fuß an:

Die Blüten - tolle Aromen dank ihrer Terpene

Hanfblüten besitzen einen von Natur aus angenehmen und fruchtigen Duft. Terpene sind Verbindungen in der Pflanze, die zu diesem Aroma führen. Genutzt werden die Blüten etwa für:

  • Vape & CBD Öle
  • Incense
  • Lotionen, Cremes & weitere Anti-Aging Produkte
  • Essen & Getränke

Die Blätter der Allzweckwaffe

Getrocknet lassen sich Hanfblätter wunderbar zu Tee verarbeiten, der in seiner Wirkung als beruhigend beschrieben wird. Die Blätter lassen sich mittlerweile auch in gesunden Smoothies und Säften finden.

Werden die Blätter destilliert, können daraus ätherische Öle hergestellt werden. Diese wiederum lassen sich etwa in Hustenbonbons, Hanfbier, Schokolade und Parfums finden.

Die gesunden & nährstoffreichen Samen

Hanfsamen sind eine ausgezeichnete Quelle für Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren:

  • Omega 3: Stärkt die Immunabwehr und kann Entzündungen hemmen.

  • Omega 6: Als Teil des Stoffwechsels sind sie überlebenswichtig und dienen der Gesundheit von Haut, Haaren und Knochen.

Zudem enthalten die Samen zahlreiche Proteine und Nährstoffe. Du findest sie in Produkten wie Hanföl, Hanfmilch oder Hanfmehl. Für Vögel und Fische zählt Tierfutter mit Hanfsamen zu einem der hochwertigsten Fütterungsmöglichkeiten.

Wirklich interessant! Aus Hanföl ließen sich pflanzenölbasierte Kraftstoffe herstellen, wie zum Beispiel Biodiesel. Aufgrund des jahrzehntelangen, erzwungenen Stillstands der Hanfindustrie, fehlt dafür derzeit noch die technische Reife.

Die Fasern: Historisch am wichtigsten - heute wieder gefragt

Nicht nur damals, auch heute gehört die Papierindustrie wieder zu einem der größten Nutzungsbereiche für Hanf. Es ist wesentlich schonender im Anbau und weitaus robuster als Papier aus Holz. Ein künftiges Einsatzgebiet sind Kunststoffe, die durch die Fasern gestärkt werden sollen. Die sogenannte Hanfplastik.

Weitere Produkte der Hanffaser sind: Seile, Einstreu für Tiere, Kleidung, technische Textilien oder Dämmstoffe.

Die tiefreichenden Wurzeln

Dank ihrer heilenden Eigenschaften können aus den Wurzeln des Nutzhanfs Salben produziert werden, welche die Wundheilung fördern können.

Das war noch nicht alles: CBD Produkte aus Nutzhanf

Wie du bereits erfahren hast, muss Nutzhanf einen sehr geringen THC-Gehalt aufweisen. Die Hanfpflanze besitzt dafür hingegen eine ganze Bandbreite an Cannabinoiden, wie CBC, CBN und CBG und das wohl bekannteste: CBD.

CBD hat im Gegensatz zu THC keinen psychoaktiven Effekt und wird in den letzten Jahren zunehmend stärker erforscht. CBD wirkt beruhigend und entspannend, kann deinen Fokus stärken und ist in der Kosmetikindustrie, vor allem im Bereich des Anti-Agings, schon lange kein Fremdwort mehr. Von daher kommen immer neue Nutzhanf-Produkte mit CBD auf den Markt.

Folgende Produkte gibt es bereits:

  • CBD Öle in verschiedenen Sorten & Konzentrationen: Je nach Inhaltsstoff und Stärke wirken CBD Öle aus Nutzhanf beruhigend und entspannend, können jedoch auch den Fokus stärken. Erfahrungen zu Folge nutzen unsere Kunden die Öle auch als Begleiter bei ihrer Schlafroutine.
  • Wellness-Produkte wie Badekugeln, Badesalze & Massageöl: Badekugeln und Badesalz bringen nicht nur mehr Balance in deinen Alltag, sie sind zudem sehr gut zu deiner Haut.
  • Vaporizer mit CBD: Nutzhanf eignet sich auch zur Herstellung von CBD Öl für den Vaporizer.
  • Hanfkosmetik für Gesicht, Körper, Hände & Füße: Mit nachgewiesenen Anti-Aging Effekten und hautschützenden Eigenschaften.
  • Hanf-Gummies: Wie Gummibärchen, nur gesünder.
  • CBD Salben & Gele: Einige Leistungssportler schwören bereits auf den reaktivierenden Effekt der Hanfpflanze.

Alles wieder ganz legal - der Nutzhanf kommt wieder

Aufgrund seiner überzeugenden Eigenschaften, schonender Anbaumethoden und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, ist Nutzhanf wieder auf dem Vormarsch. Derzeit zwar noch stark reglementiert, jedoch mit enormen Potential, wird Nutzhanf in den kommenden Jahren wieder vermehrt genutzt werden. Hanf ist dank seiner nachhaltigen Art und Weise des Anbaus eine geeignete Alternative zu umweltschädlichen Produkten und Methoden.

Vielleicht konnten wir dich ja davon überzeugen, dass dem Hanf ein gänzlich falsches Image angehangen wird. Unsere Lieblingspflanze ist sie auf jeden Fall schon!

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