1 Million Dollar für Cannabis Studie von NFL 1 Million Dollar für Cannabis Studie von NFL
CBD & Hanf News | 24.02.2022

Die NFL investiert 1 Million Dollar in Cannabisstudie

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Fenja
Lesedauer: 3 min

Am 1. Februar 2022 gab die National Football League (NFL) bekannt, dass sie 1 Million Dollar an zwei medizinische Forscherteams der University of California San Diego und der University of Regina spenden werden. Mithilfe dieser Summe soll untersucht werden, ob Cannabinoide zur Regeneration von Gehirnerschütterungen bei Profi-Footballspielern beitragen könnten. 

Alles auf einen Blick
  • Die National Football League (NFL) investiert 1 Million Dollar in neueste Cannabisstudie.
  • Die Studie soll untersuchen, ob Cannabis zur Regeneration verletzter Footballspieler beitragen kann.
  • Keine Sportart verzeichnet mehr Gehirnverletzungen als American Football.
  • NFL Spielern selbst ist die Teilnahme an der Studie untersagt, da sie laut ihren Verträgen keinerlei Cannabis konsumieren dürfen

American Football - hohes Verletzungsrisiko 

American Football ist nicht ungefährlich. Ganz im Gegenteil, die Spieler sind bei dieser Sportart hohen Verletzungsrisiken ausgesetzt. Neben Muskel- und Knochenverletzungen kommt es auch immer wieder zu schweren Kopfverletzungen. Keine Sportart verzeichnet mehr Gehirnverletzungen als American Football. Jedes Wochenende erleiden in der Regel vier Spieler eine Gehirnerschütterung. In Studien konnten Zusammenhänge zwischen den harten Kopfstößen beim American Football und Krankheiten wie Alzheimer, Depressionen und Demenz gefunden werden, die hauptsächlich durch Gehirnerschütterungen und Hirntraumata bedingt sein sollen. Diese Krankheiten gelten als Spätfolgen und treten häufig erst 10-20 Jahre nach Karriereende auf. 

Die NFL will ihre Spieler schützen

Die Cannabisstudie, für die die NFL jetzt eine Million Dollar spendet, soll eine Grundlage für die Erforschung alternativer Behandlungen im Zusammenhang mit Hirntraumata und chronischen Muskel-Skelett-Schmerzen bei Profisportlern bieten. Traditionelle Schmerzbehandlungen sind für den Körper häufig nicht so leicht wegzustecken und können zudem einige Nebenwirkungen mit sich bringen. Die NFL möchte dafür langfristig eine andere Lösung finden. Nach Bekanntgabe der Durchführung der neuen Studie habe das Komitee über 100 Forschungsvorschläge von Klinikern und Forschern aus der ganzen Welt erhalten. Das Forschungsinteresse bezüglich der Cannabis-Thematik ist demnach nicht zu unterschätzen. 

THC und CBD bei Sportverletzungen?

Der Direktor für Schmerzmedizin an der UC San Diego Health gab bekannt, dass die Forscher:innen eine systematische, reale Echtzeit-Studie mit Profisportlern durchführen wollen. Dabei soll geprüft werden, ob der Einsatz von Cannabinoiden zur körperlichen Regeneration nach Wettkämpfen beitragen könnte. Vor allem soll die klinische Studie den Nutzen und die unerwünschten Nebenwirkungen von THC und CBD und der Kombination der beiden Cannabinoide im Vergleich zu Placebo bewerten. 

Für die Studie sollen Profisportler die Cannabinoide nach einer Verletzung in Form des Verdampfens aufnehmen. Die Ergebnisse werden dabei über eine Telefon-App fernüberwacht. Sollten die Cannabis-basierten Cannabinoide THC und CBD effektiv und sicher eingesetzt werden können, verspricht die NFL sich davon, dass ihre Spieler die Einnahme verschreibungspflichtiger Schmerzmedikamente eventuell reduzieren können. Wie die Ergebnisse dieser Studie aussehen werden, ist allerdings noch unbekannt. 

Cannabisverbot bei NFL-Spielern

Viele NFL-Spieler haben sich privat bereits mit möglichen Vorteilen von Cannabinoiden beschäftigt. Einige ehemalige Spieler sind beispielsweise in das Geschäft mit medizinischem Cannabis involviert oder haben bereits in cannabisbezogene Unternehmen investiert. Dennoch ist den NFL-Spielern selbst die Teilnahme an der Studie nicht gestattet, da der Konsum von Cannabis laut ihren Tarifverträgen untersagt ist. Nichtsdestotrotz gibt es unter den Spielern einige, die bereits zugegeben haben, nach einem Spiel schon einmal auf Cannabis zurückgegriffen zu haben, worauf auch die regelmäßigen Tests der Spieler hinweisen. Die NFL zeigte sich nachsichtig und lockerte daraufhin im letzten Tarifvertrag die Regeln für die Anwendung von Cannabis - wenn auch nur ein wenig. Positiv auf Cannabis getestete Spieler werden seitdem nicht mehr direkt suspendiert, sondern können je nach Anzahl der positiven Tests mit einer Geldstrafe belangt werden. Der Schwellenwert, der für einen positiven Test erforderlich ist, wurde zusätzlich um das Vierfache erhöht. An der Studie dürfen die Profisportler der NFL trotzdem nicht teilnehmen. 

Erster Schritt der NFL in Richtung Pro-Cannabis?

Die NFL unternimmt mit ihrer Aktion einen klaren Schritt nach vorne in der landesweiten Bewegung weg von Cannabis-Verboten. Der Konsum von Cannabis ist nämlich noch in vielen Staaten, in denen auch die NFL Spieler zum Teil beheimatet sind, teilweise oder gänzlich verboten. Sollte die Studie ergeben, dass Cannabinoide tatsächlich wirksam bei der Regeneration verletzter Spieler eingesetzt werden könnten, müssen wohl auch die strikten Tarifverträge der Spieler dahingehend noch einmal überarbeitet werden.

Quellen:

https://www.ganjapreneur.com/nfl-donates-1m-to-cannabinoids-pain-management-study/

https://www.royalqueenseeds.de/blog-nfl-spieler-und-die-entwicklung-der-politik-fuer-medizinisches-m...

https://www.theroot.com/nfl-spending-1-million-to-fund-cannabis-studies-1848484495