Das Endocannabinoid-System unseres Körpers Das Endocannabinoid-System unseres Körpers
CBD & Hanf - Wissen & Leben | 08.07.2020

Unser Endocannabinoid System - die Brücke zwischen Körper & Geist

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Phil
Lesedauer: 4 min

Es gibt einige Begriffe, die im Zusammenhang mit CBD wiederholt auftauchen. Einige davon klingen so kompliziert wie dieser: das Endocannabinoid-System, auch ECS genannt. Dieses System ist ein Teil des menschlichen Nervensystems. Jeder von uns besitzt demnach eines. 

Es könnte auch als Signal-Netzwerk oder auch Regulierungssystem bezeichnet werden. In diesem Artikel möchten wir den Begriff so einfach wie möglich erklären und uns die wichtigen Funktionen anschauen, die dieses System innerhalb unseres Körpers hat.

Was bedeutet ‘Endocannabinoid-System’?

Man kann diesen komplexen Begriff anhand seiner Bedeutung in zwei Bausteine teilen: 

  • ‘Endo’bezeichnet alle Prozesse, die innerhalb eines Systems entstehen. In diesem Fall ist der menschliche Körper gemeint. ‘Endogen’ wäre hier die längere Version des Wortes, von der sich ‘Endo’ ableitet. 
  • Der Begriff ‘Cannabinoid’ führt zurück auf die Inhaltsstoffe der Hanfpflanze.

Nur durch die Entdeckung der ‘Cannabinoide’ in der Cannabis-Pflanze wurde auch das System im menschlichen Körper entdeckt, welches für die Wirkungsfähigkeit ebensolcher zuständig ist. So war der komplizierte Begriff ‘Endocannabinoid-System’ schnell geboren.

Ein Ausflug in die Geschichte

Es ist noch gar nicht so lange her,  da wurde das Endocannabinoid-System mit Hilfe damals modernster Technologie entdeckt. Es war 1987, als Prof. Allyn Howlett von der Saint-Louis-University aus Missouri (USA) nachweisen konnte, wie die Inhaltsstoffe der Cannabis-Pflanze auf den Menschen wirken. Somit entdeckte sie gleichermaßen unser Endocannabinoid-System. Sie fand weiterhin heraus, dass die Cannabinoide der Pflanze über körpereigene Rezeptoren wirken können.

Seither ist die Wissenschaft diesem Thema stetig auf der Spur. Bislang wurden innerhalb des Systems erst drei Rezeptoren entdeckt. Bereits jetzt wird aber in der Forschung vermutet, dass das System noch weit mehr zu entdecken bietet. Wir können also gespannt sein, welche weiteren Rezeptoren, inklusive deren Funktionen künftig entdeckt werden.

Bitte beachte!

Studien zu diesem Themen sind bislang nicht representativ! Grundsätzliche Aussagen zu der Verbesserung eines Problems und/oder Zustands können von daher nicht getroffen werden!

Was sind die Bestandteile des Endocannabinoid-Systems?

Das System ist noch längst nicht umfassend genug erforscht, um hier eine endgültige Aussage zu machen. Wir kennen einfach noch nicht alle Bestandteile. Nach Stand der aktuellen Forschung besteht das System hauptsächlich aus:

  • CB1
  • CB2- 
  • und CB3-Rezeptoren 

Rezeptoren funktionieren im menschlichen Körper wie kleine Empfänger. Sie empfangen Reize von Botenstoffen (Neurotransmitter) und veranlassen dann die passende Reaktion im Körper. Jeder dieser Rezeptoren hat seine eigene Aufgabe im menschlichen Körper. Deswegen befinden sie sich auch an den unterschiedlichsten Stellen in unserem Körper. Alle drei Rezeptoren werden dabei von den Botenstoffen - den Cannabinoiden - aktiviert. Cannabinoide kann unser Körper bei Bedarf selbst herstellen - diese nennt man dann Endocannabinoide. Man unterscheidet daher auch die zwei Begriffe:

  • Endogene Cannabinoide: Eigene, vom menschlichen Körper hergestellte Neurotransmitter
  • Exogene Cannabinoide: Neurotransmitter, die von außen auf den Körper wirken (z.B. durch CBD oder THC)

Welche Funktionen hat das System für uns Menschen?

Das System funktioniert also durch die unterschiedlichen Rezeptoren. Somit kann man die Funktionsweise des Systems anhand der einzelnen Rezeptoren erläutern.

CB1-Rezeptoren: Sie sind ein enorm wichtiger Bestandteil unseres Nervensystems. Sie befinden sich hauptsächlich in unserem Gehirn, jedoch auch in einigen inneren Organen wie dem Darm. Die Forschung sagt, dass diese Rezeptoren im Gehirn für unsere kognitiven Leistungen, das Schmerzempfinden sowie die Informationsverarbeitung zuständig sind. Auch unsere Gedächtnisbildung wird durch diese Rezeptoren gesteuert. Doch das ist nur ein kleiner Teil des Verantwortungsbereiches.

CB2-Rezeptoren: Um das menschliche Immunsystem kümmern sich die CB2-Rezeptoren. Sie sorgen dafür, dass unsere eigene Abwehr gut ausgerüstet ist. So assoziiert die Forschung die Rezeptoren damit, dass Entzündungen zurückgehen, Gewebeschäden repariert werden und unser Stoffwechsel ausgeglichen ist.

CB3-Rezeptoren: Zu ihnen gibt es bislang kaum Forschungsergebnisse. Man kann jedoch bereits sagen, dass auch hier die Cannabinoide andocken und eine Reaktion auslösen.

Wofür ist unser System wichtig?

Das Endocannabinoid-System ist mit seinen Rezeptoren für eine ganze Reihe an wichtigen Funktionen zuständig. Die Aufzählung enthält dabei nur Funktionen, die bereits durch die Forschung belegt wurden:

  • Reaktionen auf Stress
  • Funktionen des Immunsystems
  • Schlafgewohnheiten
  • Appetits-Gefühl
  • Schmerzempfinden
  • Linderung von Entzündungen
  • Innendruck der Augen
  • Muskulatur-Steuerung
  • Motivation
  • Metabolismus
  • Gemütszustand
  • Erinnerungsvermögen
  • Verdauung

Wie wird das System ins Gleichgewicht gebracht?

Wenn das Endocannabinoid-System aus dem Gleichgewicht geraten ist, sind unsere körpereigenen Funktionen beeinträchtigt. Die Lebensweise und der Alltag spielen meist eine große Rolle dabei, ob die inneren Systeme ausgeglichen sind. Die sogenannte Work-Life-Balance lässt uns oft nach der Balance suchen. 

CBD ist ein natürliches Pflanzenprodukt, welches keinesfalls die körpereigenen Endocannabinoide ersetzt. Es hilft dem Körper viel mehr langfristig, wieder selbst ein Gleichgewicht herzustellen. CBD (Cannabidiol) ersetzt nicht die Botenstoffe und dockt auch nicht an unser Endocannabinoidsystem an.